Dissener Realschüler "fit für die Fete"

GEWALTPRÄVENTION MIT JU-JUTSU

Dissen. Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins genauso wie ein Training zur Selbstverteidigung absolvierten Schüler der Jahrgangsstufe 9 in der Realschule Dissen. Das Gewaltpräventionsprojekt „Fit für die Fete“ wurde vom Niedersächsischen Ju-Jutsu Verband (NJJV) durchgeführt.

Unter dem Motto „Feiern soll ,sicher‘ Spaß machen“ analysierten die Schüler im Projekt viele denkbare Gefahrensituationen, die rund um eine Party lauern. Von der An- und Abreise oder Handgreiflichkeiten über die Auswirkung von Alkohol und anderen Drogen bis hin zum Thema K.O.-Tropfen. „Der Aspekt Selbstverteidigung ist heute eher der kleinere. Vielmehr geht es um Selbstbehauptung“, erklärte Detlef Budszun, Projektleiter und Trainer der Ju-Jutsu-Abteilung der TSG Dissen, den 70 Teilnehmern zu Beginn. Zusammen mit sieben anderen ehrenamtlichen, staatlich anerkannten Ju-Jutsu-Trainern führte er die Schüler, aufgeteilt in Gruppen, durch das abwechslungsreiche und auch schweißtreibende, siebenstündige Programm.

Modern und flexibel

Die moderne und flexible Kampfsportart Ju-Jutsu gebe den Jugendlichen einfache und effektive Werkzeuge an die Hand, mit denen sie Gefahrensituationen erkennen, diesen aus dem Weg gehen oder sich im äußersten Notfall auch behaupten könnten. Weil für das Erlernen der meisten Selbstverteidigungstechniken längeres Training nötig sei, sollten sich die Projektteilnehmer auf die Grundlagen konzentrieren: Gefahrenbewusstsein entwickeln, Stressbewältigung, Konfrontation durch Selbstbehauptung entschärfen. Gegen Ende blieb Zeit für einige leicht erlernbare Verteidigungstechniken. Dabei hatten es die weiblichen Teilnehmer besonders schwer: Ihnen wurden Murmeln in die Schuhe gelegt, um High Heels zu simulieren, die sie beim Feiern und somit in eventuellen Gefahrensituationen oft tragen. 

Zahlreiche Aha-Momente warteten auf die Schülerinnen und Schüler, die in Pausen zwischen den Übungen immer wieder Verhalten reflektierten. So fanden sie sich in großer Gruppe mit einem Becher Wasser in der Hand im Klassenraum wieder. Wenig später reichten ihnen die Trainer erneut Wasser, dann noch eins, später Wasser mit zugesetztem Tabasco als unangenehme Geschmacksveränderung. Was passierte? – Nicht viel, alle unterhielten sich und tranken weiter. „Schon nach dem zweiten Becher, hatte manch‘ ein Schüler sicher keinen Durst mehr und erst recht nach dem Tabasco-Cocktail“, meinte Trainer Budszun nachher schmunzelnd. „Bei dieser Übung zeigt sich Gruppenzwang. Wir wollen damit aufrütteln. Seit selbstbewusst und aufmerksam. Achtet auf eure Getränke!“.

Lauter werden

Auch Stimmbildung gehörte zum Training. Mal lauter werden, den Oberkörper aufrichten, selbstbewusster erscheinen und später wieder die Analyse: „Wie habt ihr euch dabei gefühlt?“.

Das Konzept des Gewaltpräventionsprojekts wurde von der Polizei und dem Niedersächsischen Ju-Jutsu-Verband zusammen mit Psychologen und Pädagogen entwickelt. Es läuft nun bereits im zweiten Jahr mit finanzieller Unterstützung des Sparkassenverbands und richtet sich an Jugendliche ab zirka zwölf Jahre in ganz Niedersachsen. Den Eigenanteil, den Schüler für die Teilnahme entrichten müssen, übernahm in Dissen der Förderverein der Haupt-, Real-, und Hermann Freye Gesamtschule.

Trainingsmöglichkeit

Wer generell Interesse an Ju-Jutsu hat, einem in den 70er Jahren aus Akido, Karate und Judo geschaffenen Kampfsport, in den auch Techniken aus dem Boxen, Kickboxen, und philippinischem Stockkampf einfließen, findet Trainingsmöglichkeiten bei der TSG Dissen in der Sporthalle am Schulzentrum in der Lerchenstraße: Mittwochs: 19:15 bis 20:45 Uhr und donnerstags 19 bis 20:30 Uhr. Kindergruppe: donnerstags 17.30 bis 19 Uhr. Weitere Informationen auf www.ju-jutsu-dissen.de.

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